SatellitenimplantateSatellitenimplantat

Erhöhte Stabilität und hohe Sicherheit bei der Sofortversorgung

Was sind Satellitenimplantate?
Satellitenimplantate sind kleine Knochenschrauben aus Titan, die wie Zahnimplantate im Kieferknochen verankert werden und das eigentliche Zahnimplantat im Kieferknochen in der Einheilungsphase zusätzlich stabilisieren. Die konventionellen Implantate werden dabei als so genannte Zentralimplantate bezeichnet. Ihre Aufbauteile – und das ist die Innovation – werden über kleine Mikroplatten, die unterhalb des Zahnfleisches verlaufen, mit zusätzlichen Halteschrauben im Knochen verankert. Somit wird eine wesentlich bessere Stabilisierung erreicht, die eine sofortige funktionelle Belastung ermöglicht. Diese zusätzlichen Halteelemente in Form von speziellen Schrauben werden auch als Satellitenimplantate bezeichnet. Um diese Ausführungsform der Implantate einzusetzen, ist ein vergleichsweise geringer chirurgischer Aufwand notwendig. Vor allem Patienten mit insgesamt schlechten Voraussetzungen zur Implantation kann so geholfen werden. Außerdem wird auch für die Einheilungszeit der Implantate kein herausnehmbarer Zahnersatz mehr notwendig. Diese Technik ermöglicht es uns in der Praxis direkt am Tag der Zahnentfernung ein Implantat in das Zahnfach einzusetzen und mit einem funktionellen Provisorium zu versorgen.

Was ist eine Sofortversorgung?
Unter Sofortversorgung verstehen wir ein Behandlungskonzept in der zahnärztlichen Implantologie, bei dem gesetzte Zahnimplantate innerhalb von 36 Stunden mit Zahnersatz versorgt werden. Bei Satellitenimplantaten handelt es sich häufig um Langzeitprovisorien. In diesem Beispielfall (Abb. 2) sehen sie eine Patientin, die am Tag der Zahnentfernung mit einem Provisorium auf einem Sofortimplantat versorgt wurde.
Ohne Schnittführung im sichtbaren Zahnfleisch konnte die Patientin unsere Praxis mit einem neuen Zahn verlassen.

Was ist Spätbelastung?
Unter Spätbelastung versteht man ein Behandlungskonzept, bei dem Implantate eingesetzt und erst nach 3 – 6 Monaten Einheilungszeit mit Zahnersatz oder Halteelementen für Prothesen versehen werden. Erst nach dieser unbelasteten Einheilungsphase kann der Patient wieder uneingeschränkt kauen.

Wann können wir eine Sofortbelastung durchführen?
Wenn der Kieferknochen ausreichende Stabilität aufweist, keine akuten Eiterungen vorliegen und der Patient keine Funktionsstörungen aufweist, die zu übermäßiger Belastung des Zahnersatzes führen können.

In welchen Kieferabschnitten ist der Knochen ausreichend fest?
Der vordere Abschnitt des Unterkiefers weist die umfangreichsten kompakten Knochenzonen auf, deshalb wurden dort bereits vor 25 Jahren erfolgreiche Sofortimplantationen durchgeführt. Am schwierigsten ist die Situation im seitlichen Oberkiefer. Hier wird auch heute noch vielfach eine Einheilung abgewartet.

Welche Aufgaben haben die Satellitenimplantate?
Da der Knochen an seiner Oberfläche eine feste Zone aufweist und im inneren häufig aus feinen Bälkchen besteht, sollte die feste Oberflächenzone zur Verankerung herangezogen werden (Prinzip der kortikalen Fixation). Satellitenimplantate geben den Zahnimplantaten festen Halt im unmittelbar angrenzenden kompakten Knochen. Dieses Prinzip wird bereits in der Unfallchirurgie seit Jahrzehnten angewendet.

Sieht man die Satellitenimplantate im Mund?
Nein, sie werden unter dem Zahnfleisch zusammen mit einem kleinen Verbindungssteg angebracht. Sie stören die Herstellung ästhetisch ansprechenden Zahnersatzes nicht.

Wie kann man feststellen, ob der Knochen für eine Sofortbelastung geeignet ist?
Durch Verwendung eines Mikroendoskopes sind Implantologen heute in der Lage, die Knochenstruktur zu beurteilen. So können während des Eingriffs die richtigen Implantate ausgewählt und entschieden werden, ob zusätzliche Satellitenimplantate für die Stabilität notwendig sind.

Müssen Satellitenimplantate wieder entfernt werden?
Zumeist werden die Satellitenimplantate nach Einheilung der Zahnimplantate entfernt, da die Stabilität der Zahnimplantate dann ausreicht. Der Eingriff ist nur sehr klein und erfolgt durch so genannte Stichinzisionen in örtlicher Betäubung.

Muss der Eingriff unter stationären Bedingungen erfolgen?
Nein, der Eingriff kann in örtlicher Betäubung ambulant durchgeführt werden, sofern keine besonderen Risikofaktoren bestehen. Die Dauer eines Eingriffes beträgt je nach Anzahl der Implantate 1 -3 Stunden.

Wie läuft die Einheilungsphase nach Sofortversorgung ab?
Während der Einheilungsphase dürfen die Implantate nicht überlastet werden. Deshalb ist eine regelmäßige Kontrolle der Brücken bzw. Prothesen notwendig. Mit dem Periotestverfahren können unerwünschte Lockerungen frühzeitig erkannt und behandelt werden.

Gibt es Langzeitresultate des Verfahrens?
Eine Untersuchung an der Universitätsklinik Göttingen über 3 Jahre hat bei mehr als 150 Implantaten eine Erfolgsquote von 96 % ergeben. Diese Erfolgsquote ist vergleichbar mit den konventionellen Verfahren. Die Erhöhung der Primärstabilität durch Satellitenimplantate wurde in internationalen Veröffentlichungen belegt, weitere Informationen sind im Internet abrufbar.

Worin liegt der besondere Vorteil des Verfahrens?
Mit den Satellitenimplantaten können auch unter schwierigen Bedingungen Implantate zumeist sofort versorgt werden, so dass der Patient nie ohne festen Zahnersatz verbleibt. Knochenaufbauten, die früher unbelastet einheilen mussten, werden durch Satellitenimplantate in der Einheilungsphase geschützt. Druckstellen durch Prothesen werden vermieden durch sofortige sichere Verankerung der Prothese über die Implantate. Kieferknochen und Zahnfleisch werden erhalten durch sofortige funktionelle Belastung des Kieferkammes auf festen Zähnen bei sicherer knöcherner Verankerung. Somit wird ein Kiefer-kammschwund nach der Zahnentfernung vermieden.
Oft muss bei der Entfernung vom Zahn mit gleichzeitiger Implantation keine Schnittführung im sichtbaren Zahnfleisch durchgeführt werden.
Bedacht werden sollten die um ca. 200 Euro erhöhten Kosten pro Implantat und die Entfernung der Satelliten nach der Einheilung des Zentralimplantats.