Zähne zu verlieren bedeutet meist auch Knochenverlust. Dies betrifft besonders den seitlichen Abschnitt des Oberkiefers, da dort Zähne früh verlorengehen und die Kieferhöhle nur Millimeter von den Zahnwurzeln entfernt liegt. Folge ist, dass der ohnehin schwache Knochen besonders schlechten Halt für Implantate gibt. Daher ist bei vielen Implantationen im Oberkiefer ein Knochenaufbau (Sinuslift) erforderlich.
Bisher wurden für den Sinuslift die Kieferschleimhaut geöffnet und abgelöst, die Kieferhöhlenwand fensterartig geöffnet (Abb. 1: Offene Fensterung der Kieferhöhle beim konventionellen Aufbau)und ein Knochentransplantat eingesetzt. Später wurden dann bei diesem aufwendigen und strapaziösen Vorgehen Implantate eingefügt.

SchlüssellochtechnikAbb. 3

Die Schlüssellochtechnik in der Implantologie
Auf dem internationalen Gründungskongress der Global Oral Implant Academy (GOIA) im Mai 2004 in Bremen stellte Prof. Dr. Dr. Wilfried Engelke ein neues Verfahren vor: den “Flapless Sinus Lift” (Abb. 2) , ein minimalinvasiver Aufbau des Oberkiefers. Diese Technik verzichtet auf die bisher großflächige Ablösung des Zahnfleisches zugunsten von nur noch minimalen Einschnitten für das Endoskop (Abb. 3: Zahnärztliches Endoskop).
Ein endoskopischer Schlüssellochzugang ersetzt nun die Knochenfensterung, d.h., statt der bisher offenen Technik erfolgt eine geschlossene Implantation direkt durch das Zahnfleisch. Die endoskopische Technik, deren hohe Erfolgsquote bereits über 5 Jahre dokumentiert ist, wurde durch Anwendung einer neuen 3D-Operationsschablone (Abb. 4: 3D-Spezialschablone) soweit verfeinert, dass meist eine präzise Implantation zusammen mit dem Knochenaufbau in nur einer Sitzung erfolgen kann. Dies verkürzt die Behandlung, vereinfacht die spätere Herstellung von Zahnersatz und vermindert Beschwerden nach der Operation.

SchlüssellochtechnikAbb. 4

Wenn die Voraussetzungen für die Operation gegeben sind, wird sie unmittelbar vor dem Eingriff mit der Spezialschablone genau geplant. Dies spart Zeit und zusätzliche Behandlungstermine. Der Knochenaufbau kann beim ersten Vorstellungstermin meist am selben Tag durchgeführt werden. Die Dauer des Eingriffes beträgt je nach Grad des Knochenabbaus und der Zahl der zu setzenden Implantate zwischen 30 und 120 Minuten.

Vorteile Behandlungssicherheit

  • Schablonengeführte Implantation mit hoher Präzision
  • 3D-Computerplanung bei starkem Knochenabbau
  • Endoskopisch kontrollierte Behandlungsschritte mit Videodokumentation
  • Dokumentierte Behandlungssicherheit des endoskopischen Verfahrens

Vorteile geringe Invasivität

  • Ausschließlich ambulante Behandlung in Lokalanästhesie und Sedierung
  • Geringe Wundschwellung
  • Geringe Nachbeschwerden
  • Maximaler Erhalt von Knochensubstanz
  • Optimale Voraussetzungen für Knochenregeneration